Urlaub am Rheinsberger See

Die Geschichte von Rheinsberg – Warenthin

Der Rheinsberger Ortsteil Warenthin kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Der Flecken wurde im Laufe der Jahrhunderte viele Male hin- und her gereicht und hatte die verschiedensten Besitzer.

Historisches Bild von Warenthin um 1920

Historisches Bild von Warenthin um 1920

Rheinsberg – Warenthin, ein kurzer historischer Überblick

Das mittelalterliches Dorf Warenthin wurde 1525 erstmalig urkundlich erwähnt als Wernthin oder Werenthin. Der Name Warenthin erschien erstmals 1598. Der Ort hieß nach einem slawischen Namen wohl ursprünglich Vargatin (= Ort des Vargata). Zum Zeitpunkt der urkundlichen Erwähnung war der Ort bereits wieder verschwunden.

Die zugehörige Feldmark umfasste die Fläche zwischen dem Großen und dem Kleinen Linowsee, dem Rheinsberger See und der vom Dorf Linow nach dem Rheinsberger See verlaufenden Wiesensenke.

Die Flur wurde im 16.Jahrhundert von der Schäferei des Amtsvorwerkes Linow behütet.

Im Jahr 1654 wurde im Rahmen der Feststellung von Schäden des 30-jährigen Krieges festgestellt, dass „… alles vom Holze überwachsen sei…“. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand hier wieder eine Schäferei Warenthin, die vom Gutsherren selbst bewohnt wurde.

Noch im 18.Jahrhundert dehnte sich auf dem Gebiet ein Buchenwald von insgesamt 430 Morgen (etwa 110 ha) Umfang, die Warenthiner Heide. In sie waren nur im Norden einige unbedeutende Ackerflächen eingefügt. Holzbau war daher auch immer ein großer Bestandteil der wirtschaftlichen Nutzung des Gebietes.

1728 bis 1731 gehörte Warenthin dem Großen Waisenhaus zu Potsdam.

Historisches Bild von Warenthin um 1910

Historisches Bild von Warenthin um 1910

Nach dem Erwerb der Besitzungen durch den König Friedrich Wilhelm I., dem Vater von Friedrich II. (Friedrich der Große) , gelangte das Land durch Erbpacht an die Linower Bauern.

1776 tauschte die Hofkammer des Prinzen Heinrich (Friedrich Heinrich Ludwig von Preußen, Bruder des König Friedrich II.) die Feldmark Warenthin gegen Teile der Feldmark Glienicke vom Staat ein, wandelte die bestehende Schäferei in ein Vorwerk um und siedelte 7 Kolonistenbünder an.

1796 wurde das Vorwerk dem Geheimsekretär des Prinzen eigentümlich überlassen, 1849 aber von der Hofkammer zurückgekauft.

Seit etwa 1905 gibt es eine touristische Nutzung in Warenthin, als der Unternehmer Kittel das Gutshaus in eine Pension umwandelte.

Mit Auflösung des Gutsbezirkes Amt Rheinsberg erfolgte 1928 die Eingemeindung nach Linow.

1954 wurde die bestehende Pension nach Kauf in ein Betriebsferienheim umgewandelt, das erst dem VEB Geräte- und Regler-Werke Teltow und später dem VEB Kühlautomat Berlin gehörte. 1991 wurde dieses Haus im Rahmen der Wende privatisiert.

2004 kam der Ort im Rahmen der Gemeindegebietsreform des Landes Brandenburg zu Rheinsberg.

Zeittafel

Historisches Bild des Gasthauses von 1905

Historisches Bild des Gasthauses von 1905

  • 1525 – erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Wernthin
  • 1598 – erstmalig taucht der Name Warenthin in heutiger Schreibweise in den Urkunden auf
  • 1728 – Verkauf der Besitzung an das Potsdamer Waisenhaus
  • 1731 – Erwerb durch den preußischen König
  • 1776 – Übergang an den den preußischen Staat
  • 1796 – Schenkung an den Geheimsekretär des Prinzen Heinrich
  • 1849 – Rückerwerb durch die preußische Hofkammer
  • 1928 – Eingemeindung nach Linow
  • 2004 – Warenthin kommt im Rahmen der Gemeindereform zu Rheinsberg